Humanes Papillomvirus

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Humanes Papillomvirus (HPV)


Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die zweithäufigste Krebstodesursache bei Frauen. Jedes Jahr versterben in Deutschland knapp 1.700 Frauen an diesem Tumor, rund 6.500 Frauen erkranken neu. In praktisch allen Fällen ist das humane Papillomvirus (HPV) die Ursache des Krebs.


HPV ist nicht gleich HPV


Bis heute sind mehr als 150 verschiedene Typen von humanen Papillomviren entdeckt worden. Diese sind jedoch nicht alle gleichermaßen gefährlich. Deshalb werden Hochrisiko- und Niedrigrisiko Typen unterschieden.

Niedrigrisiko Typen verursachen zum Beispiel Warzen an der Haut oder im Genitalbereich, jedoch keine lebensbedrohlichen Erkrankungen.

Infektionen mit Hochrisiko-Typen (HR-HPV) können hingegen Gebärmutterhalskrebs auslösen. Mindestens 13 HPV Typen gehören zu dieser Gruppe der krebserregenden Typen. Die meisten Krebsfälle gehen jedoch auf nur zwei Erreger zurück, die Typen 16 und 18. Sie sind für 71,5 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

Krebserregende HPV Typen

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 Wie verbreitet ist HPV


Humane Papillomviren sind sehr weit verbreitet. Untersuchungen haben ergeben, dass 80% der Frauen sich im Laufe Ihres Lebens mindestens einmal mit HPV infizieren. Bei rund 90% der Frauen, die sich mit HPV angesteckt haben, heilt die Infektion jedoch innerhalb von ein bis zwei Jahren aus. Ungefähr 10% der Betroffenen bleiben allerdings dauerhaft infiziert. Diese Frauen sind gefährdet, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs

Trotz der weiten Verbreitung von HPV besteht kein Grund, in ständiger Furcht vor Gebärmutterhalskrebs zu leben. Dennoch sollte die Erkrankung ernst genommen werden. Denn trotz hervorragender Vorsorgemöglichkeiten, ist Gebärmutterhalskrebs in Deutschland keineswegs selten. Betroffen sind Frauen jeden Alters. Ein erster Häufigkeitsgipfel der Erkrankung liegt zwischen dem 35. und dem 55. Lebensjahr, ein zweiter Anstieg wird nach dem 60. Lebensjahr beobachtet. In Deutschland ist Gebärmutterhalskrebs die dritthäufigste Krebserkrankung von Frauen unter 60 Jahren.

Altersgruppenspezifisches Vorkommen


Wer kann sich anstecken


Humane Papillomviren werden durch Schleimhaut oder engen Hautkontakt im Genitalbereich übertragen, wie sie insbesondere beim Geschlechtsverkehr und anderen sexuellen Aktivitäten vorkommen. Jede sexuell aktive Frau ist deshalb gefährdet, sich mit HPV anzustecken.

Kondome verringern zwar das Risiko der Ansteckung, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz vor der Infektion.

Von der Infektion zur Krankheit

Die dauerhafte Infektion mit krebserregenden humanen Papillomaviren eines krebserregende Virentyps bedeutet nicht automatisch, dass Gebärmutterhalskrebs entsteht. Die Infektion führt jedoch dazu, dass sich die Lebensspanne von Gebärmutterhalszellen über das natürliche Maß hinaus verlängert.

Normalerweise wird am Ende des Lebenszyklus einer solchen Zelle ein Stoffwechselprogramm gestartet, das die Zelle absterben lässt. Sie wird vom Organismus durch eine junge Zelle ersetzt. Der "programmierte Zelltod" (Apoptose) schützt den Körper vor Störungen der Zellfunktion. Im schlimmsten Fall kann die Funktionsstörung zur unkontrollierten Vermehrung der betroffenen Zellen und somit zu Krebs führen.


Die meisten Störungen der Zellfunktion lösen zunächst jedoch keinen Krebs aus. Allerdings bewirken sie ein verändertes Aussehen der Zellen, das Frauenärzte im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung erkennen. Falls erforderlich wird dann eine Behandlung eingeleitet, bevor überhaupt ein Krebs entstanden ist.


Männer und HPV


Studien Mehrere zeigen, dass etwa 64 bis 70 % der männlichen Beziehungspartner von Frauen, die unter einer zervikalen HPV Erkrankung leiden, ihrerseits HPV assoziierte Läsionen am Penis aufweisen. HPV kann dennoch auch in der Haut des Penis oft lange unerkannt präsent bleiben. In seltenen Fällen können bösartige Veränderungen, auch

Karzinome am Penis auftreten

 

Da das Peniskarzinom bei beschnittenen Männern extrem selten ist, werden zurückgehaltenes Smegma (stellt eine weiße bis hellgelbe Substanz dar, die aus Drüsensekret der Talgdrüsen der Haut, abgestorbenen Hautzellen sowie Urin und Spermarückständen besteht) und wiederholte Entzündungen der Vorhaut bei unbeschnittenen Männern als entscheidende Faktoren der in zeitlicher wie auch ursächlicher Hinsicht schrittweisen Entstehung von Krebs (Karzinogenese angesehen.

 

Mehrere Studien deuten auf HPV Infektionen als Verursacher von Mundkrebs hin. Unter anderem eine französische Studie diagnostizierte bei einer hohen Anzahl an Mundkrebs Patienten auch humane Papillomviren. Als Übertragungsweg gilt hier Oralverkehr. Einen sicheren Schutz gibt es nicht. Jedoch mindert die stringente Verwendung von Kondomen das Übertragungsrisiko.

 

Bei Männern, die passiven Analverkehr betreiben, z. B. Homosexuelle, können Feigwarzen auch im Bereich des Anus auftreten. Die Symptome (Juckreiz, Brennen) einer analen Ansteckung mit HPV sind zunächst nur schwer zuzuordnen, zumal die Kondylome in jenem Bereich noch schwerer zu erkennen sind. Sind sie bereits mit bloßem Auge zu sehen oder können eindeutig ertastet werden, ist das Stadium meist bereits so weit fortgeschritten, dass eine operative Entfernung notwendig wird. Da diese mit einer schmerzvollen Heilungsphase verbunden ist und wegen der begrenzten Erfolgsaussichten manchmal mehrmals durchgeführt werden muss, sollten Männer mit Verdacht auf anale Feigwarzen sich frühzeitig für eine proktologische Untersuchung entscheiden. Obwohl angenommen wird, dass HPV auch im Analbereich zu Krebs führen können, wird die Impfung für Männer nicht von den Krankenkassen übernommen.

 

Was bedeutet die Infektion für die Beziehung

In den meisten Fällen verläuft eine HPV Infektion völlig beschwerdefrei und hat keinerlei gesundheitliche Konsequenzen für den Betroffenen. Selbst wenn sich das Virus dauerhaft im Körper einnisten sollte, bemerken dies die meisten Menschen in der Regel nicht. Der Zeitpunkt der Ansteckung kann daher mehrere Jahre zurückliegen, bevor es zu einer virusbedingten Veränderung des Gewebes kommt. Die Frage danach, wann oder auch bei wem man sich angesteckt hat, ist damit kaum zu beantworten.
 Eine HPV Infektion ist vor allem nicht gleichzusetzen mit Untreue des Partners. Theoretisch kann sich jeder bereits beim „ersten Mal“ mit einer infizierten Person anstecken. Weist eine Frau eine genitale HPV Infektion auf, so ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch ihr Partner infiziert, auch wenn er keine Symptome hat: Wer wen angesteckt hat und zuerst mit den Viren in Kontakt kam, bleibt meistens offen.

Meistens beide Partner infiziert

Wurde in einer festen Beziehung das Virus bei einem der Partner entdeckt, so sind aller Wahrscheinlichkeit nach beide Partner mit HPV infiziert. Dennoch besteht in der Regel kein Grund zur Sorge, da das Immunsystem erfahrungsgemäß die Infektion in Schach hält. Bis heute sind die Konsequenzen einer gegenseitigen Ansteckung (Ping Pong Effekt) für den Verlauf der Infektion und deren Folgeerkrankungen aber noch nicht ausreichend untersucht.
Allerdings scheint konsequenter Kondomgebrauch dazu beizutragen, dass sich virusbedingte Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals besser von alleine zurückbilden, als bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Wissenschaftler führen dies darauf zurück, dass die Partnerin so vor wiederholtem Kontakt mit den Viren durch den infizierten Partner geschützt ist.


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