Beschneidung beim Mann

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Beschneidung beim Mann




Darüber wird immer wieder diskutiert, denn es ist bei einem kleinen Kind schwieriger, eine technisch perfekte Beschneidung ohne Verletzung des Penis durchzuführen.


Beschnittener Penis
Unbeschnittener Penis


Die Vorhaut, nicht die Eichel, ist der für leichte Berührung sensibelste Teil des Penis


Beschnitten Unbeschnitten
Beschneidung


Ende des 19. Jahrhunderts bewarben Ärzte die Zirkumzision als Mittel zur Heilung oder zur Prävention von Lähmungen, Schlaflosigkeit, Verdauungsprobleme, Epilepsie und Skoliose, Wahnsinn, Promiskuität, Homosexualität, Enuresis, Albträume, Spermatorrhö und Masturbation. Alle der aufgelisteten Begründungen zur Zirkumzision wurden auf die Masturbation zurückgeführt. Die Masturbation unter Jungen wurde so zum Hauptbeweggrund für die Beschneidung. Die unter Medizinern vertretene Theorie war, dass wenn dem Penis Schmerzen zugefügt würden und empfindliches Gewebe entfernt würde, Jungen und Männer davon abgehalten würden zu masturbieren. Ärzte warben ausdrücklich dafür, dass die Operation ohne Betäubung durchgeführt werden sollte, sodass sie als Strafe wahrgenommen würde und bei dem Jungen, der dem verbotenen Akt der Masturbation schuldig war, eine schmerzhafte Erinnerung hinterließ.


Die Beschneidung der Vorhaut ist der älteste und am häufigsten durchgeführte operative Eingriff überhaupt. Lediglich bei vier Prozent der Jungen besteht eine medizinische Indikation zur Zirkumzision. Die Genitalbeschneidung von männlichen Säuglingen und Kindern wird in Deutschland zumeist aus rituellen Gründen praktiziert. Im Gegensatz zur weiblichen Genitalbeschneidung besteht für psychotraumatische Aspekte und mögliche Langzeitfolgen weithin kein Problembewusstsein. Ähnlich wie bei anderen typisch männlichen Gesundheitsrisiken, wie der erhöhten Suizidrate, dem frühen Herztod oder der verringerten Lebenserwartung, fehlt auch in Bezug auf die leidvollen Aspekte der Genitalbeschneidung von Jungen eine entsprechende Sensibilität. Die Ausblendung des sexuellen Gewaltaspektes bei der rituellen Zirkumzision von Jungen wird erleichtert durch die, verglichen mit der Genitalbeschneidung von Mädchen, weitaus geringere Organschädigung. Darüber hinaus erscheint das klaglose Eingehen und Ertragen von Gesundheitsrisiken bis heute als ein konsensfähiger Kernaspekt männlichen Rollenverhaltens.



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